„Auf das was da noch kommt“

Beauftragung von PastoralreferentInnen der Diözese in St. Stephanus, Wasseralfingen: Ramona Richter (links), Julia Kick und Hans-Christian Richter werden im Dekanat Ostalb tätig sein

Es braucht einem nicht bange werden um die katholische Kirche von morgen, wenn man diesen Gottesdienst in St. Stephanus am Samstagnachmittag erlebt hat. 14 junge Frauen und Männer hat Weihbischof Matthäus Karrer für den Dienst als PastoralreferentInnen beauftragt. Freude und Dankbarkeit haben sie ausgestrahlt – in den ausgewählten Texten, in tollen Liedern und im festen und anhaltenden Händedruck, mit dem sie ihre vom Glauben geführte Motivation dem Weihbischof zugesagt haben.

Sie alle wissen noch nicht, was da noch kommt. In den neuen Stellen in unserer Diözese warten die verschiedensten Aufgaben auf Cinzia Ficarra, Hannah Gans, Sr. Dr. Marjana Juranovic, Laura Kick, Johannes Kirchgeßner, Dr. Monika Kling-Witzenhausen, Vladimir Lucic, Hans-Christian Richter, Ramona Richter, Lisa Seemann (nicht anwesend), Andreas Steiner, Susanne Tepel, Sylvia vom Holt, Stephan Walter und Anna-Lena Wannenmacher-Hellstern.  Aber eines ist klar und so drückt es Pastoralreferentin Ramona Richter im Namen ihrer StudienkollegInnen aus: „Wir werden die Freude am Herrn nie verlieren und möchten sie weiterschenken“. Damit bindet sie alles ein, womit die jungen Menschen ihren neuen Arbeitsplatz antreten werden: mit der Freude am Herrn – dem Wort aus Psalm 27.

Mit seinem kraftvollen Orgelspiel führt Musikdirektor Konrad Bader aus Aalen die – noch PastoralassistentInnen – samt den Konzelebranten, Pfarrer Harald Golla, Domkapitular Msgr. Paul Hildebrand, Domkapitular Msgr. Uwe Scharfenecker und Diakon Bernhard Gans – in den hellen, festlichen Raum der Stephanuskirche. Die 14 Frauen und Männer verteilen sich im Altarraum und lächeln in die coronakonform besetzten Kirchenbänke. WegbegleiterInnen, Familienangehörige, Freunde.

Weihbischof Matthäus Karrer wendet sich in seiner Predigt immer wieder den 14 Frauen und Männern direkt zu. Er spricht sie an und gibt ihnen sein Verständnis der ausgesuchten Texte aus dem Johannesevangelium und aus dem Galatherbrief mit. Es seien dies „hochaktuelle Texte“, kommentiert der Weihbischof. Weshalb? Thomas sei keiner von der leichtgläubigen Sorte, er wolle Fakten und Beweise sehen, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes ist, dass er auferstanden ist. Jesus geht auf ihn zu, begegnet dem Zweifelnden auf Augenhöhe, lässt sich berühren.

Diesen Dreiklang „Auf Menschen zugehen, ihnen auf Augenhöhe begegnen und sich berühren lassen“, das stellt der Weihbischof immer wieder in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Und: Zum Glauben gehöre auch der Zweifel.

Grenzen überwinden, Aufstehen gegen Unrecht und sich des Fundamentes des eigenen Glaubens durch die Taufe immer wieder bewusstwerden – diese Interpretation zieht Karrer aus dem Galatherbrief, den die PastoralreferentInnen ausgewählt hatten. Es gelte Brücken zu bauen in der Kirche und in der Welt. „Ich bitte sie deshalb, um ihr freimütiges Engagement, Grenzen zu überwinden und Brücken zu bauen“, so der Weihbischof, „und Einheit ist dabei nicht mit Einheitlichkeit oder Uniformität zu verwechseln.“

Die feierliche Beauftragung folgt nach diesen starken Worten. Mit einem festen Händedruck sendet Weihbischof Karrer die 14 aus und jede/r Einzelne antwortet: „Im Vertrauen auf Gott nehme ich diesen Auftrag an“.

Dass danach das Lied von Max Giesinger von der toll aufspielenden Combo Patibel aus Marbach interpretiert, gespielt wird, spricht Bände. „Auf das was da noch kommt, auf jedes Stolpern jedes Scheitern, es bringt uns alles ein Stück weiter zu uns, auf das, was da noch kommt, auf Euphorie und alles Leichte, hoff‘, das wird lange noch so bleiben für uns, auf das was da noch kommt.“

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Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die KirchenbesucherInnen von der SHW-Bergkapelle empfangen und für einen kleinen Sektempfang eingestimmt.

04.07.2021/Sibylle Schwenk/Dekanat Ostalb