Unterwegs für den Frieden

Auf dem Flecken Erde, wo Pfarrer Michael Cobb zu Hause ist, gibt es keine guten Straßen. Die Menschen sind arm im Norden des westafrikanischen Staates Ghana, und die Infrastruktur ist schlecht ausgebaut. Dort hat man andere Sorgen. Es geht ums Leben, um Nahrung, um Arbeit und – um Frieden. Dafür ist Michael Cobb in seinem Heimatland unterwegs. Und damit er seine Mission erfüllen kann braucht er ein Auto in seiner Diözese Yendi, die 700.000 Einwohner zählt.

Michael Cobb wird bald das „Dr.“ vor seinem Namen tragen können. Seine Doktorarbeit ist fertiggestellt. Promoviert hat er über das Thema „Customary laws“ im Fach Politikwissenschaften an der Universität Freiburg. „Diese Voraussetzung brauche ich, damit unser Yendi Peace Center zum Institut werden kann“, erklärt Michael Cobb. Bereits vor seinem Aufenthalt in Deutschland war er Direktor des Friedensinstituts.

Wenn Michael Cobb am 25. Mai seinen 40. Geburtstag feiern wird, dann hat er schon einige Stationen hinter sich. Momentan ist er Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Virngrund mit den Kirchengemeinden in Jagstzell, Hohenberg und Rosenberg. Dort ist er für die Seelsorge und die Gottesdienste gemeinsam mit Pfarrpensionär Manfred Schmid und Administrator Pater Wolfgang Kindermann zuständig. „Eine schöne Aufgabe“, lächelt Michael Cobb. Die Ruhe im Gottesdienst, die Zeiten der Stille sind etwas, was er hier besonders mag. „Nur in der Stille“, so ist er überzeugt, „bekommt man etwas vom lieben Gott“. Auch die Gemeindemitglieder haben ihn in ihr Herz geschlossen und möchten ihm in seinem Heimatland helfen. Für die Finanzierung eines Pickups sammeln sie Spenden.

Theologe und Politikwissenschaftler zu sein, das ist ein Wunsch, der schon ganz früh in ihm gereift ist. Bereits mit 15 Jahren schickten ihn seine Eltern, um die bestmögliche Ausbildung zu erhalten, in den Süden Ghanas in ein Internat. Dort machte er das Abitur und ging, den Traumberuf des Missionars vor Augen, ins Priesterseminar. „Ich möchte so werden wie Du“, sagte er seinem Lehrer und Mentor dort zu. Dieser gehört zu den Steyler Missionaren. Neun Jahre Priesterseminar führten ihn zur Priesterweihe im Jahr 2011. Als Vikar war er anschließend viel unterwegs in seinem Land, erlebte die politischen, inneren Konflikte dort. „Die Häuptlinge sind verantwortlich für den Grundbesitz und wenn jemand stirbt, gibt es fast immer großen Streit“, beschreibt er. Auch stehen die Frauen in zweiter Reihe. Armut und Krieg beherrschen das Leben.

Die Katholische Kirche hat eine große Akzeptanz

Durch die Gründung des Friedenszentrums in Yendi konnte bereits vieles erreicht werden. Die gewaltfreie Konfliktlösung, die Wahrung der Menschenrechte und die Stärkung der Rechte von Frauen gehören zu den Hauptthemen. So ist Michael Cobb dabei, Schulen zu bauen oder Krankenhäuser, Brunnen, damit die Menschen Zugang zu frischem Wasser haben. „Die katholische Kirche hat bei uns durch all diese Aktivitäten eine sehr hohe Akzeptanz“, so Michael Cobb. Und das, obwohl es sich um ein Diaspora-Gebiet handelt.

Momentan wartet der Theologe und Politikwissenschaftler auf die Verteidigung seiner Doktorarbeit in Freiburg. Dann möchte er noch ein Jahr in Deutschland arbeiten, um Geld zu verdienen und zu sparen. Auf ein Auto. Unterwegs für den Frieden.

19.05.2021/Sibylle Schwenk/Dekanat Ostalb

Info: Spendenkonto: Missio Aachen, Verwendungszweck: VCQ21010, Michael Cobb

DE2337 0601 9300 0012 2122

 

Fotos (Schwenk): Pfarrer Michael Cobb vor der Kirche St. Vitus, Jagstzell.