Kirche neu denken

Die Umfrage des Dekanats Ostalb ist auf großes Interesse gestoßen und wurde bei den drei Bezirkskonferenzen den hauptamtlichen MitarbeiterInnen vorgestellt.

Knapp 1300 Frauen und Männer haben sich an einer Umfrage beteiligt, die die Katechese-Referentin des Dekanats Ostalb, Schwester Marie-Catherine Müller, angestoßen hat. Unter dem Titel „Kirche neu denken“ stand die Umfrage, die noch zehn Tage läuft und an der man immer noch teilnehmen kann. „Wir freuen uns, dass das Interesse so groß war“, sagt Sr. Marie-Catherine. Das vorläufige Ergebnis stellte sie und Dekanatsreferent Tobias Kriegisch bei den Bezirkskonferenzen in Neuler, Straßdorf und Abtsgmünd vor.

Das Ziel der Umfrage war es ursprünglich herauszufinden, wie die Angebote während der Corona-Zeit genutzt und weitergeführt wurden. Doch innerhalb der Umfrage ist dann viel mehr daraus geworden. Die Teilnehmerzahl kommt mit einer großen Mehrheit aus dem ländlichen Raum. „70 Prozent waren Frauen“, stellt die Referentin in den Raum. Auch der Altersdurchschnitt ist interessant: Die Altersgruppe, die sich am meisten beteiligt hat, sind die 46 bis 55-Jährigen.

Während der Corona-Zeit am besten angenommen wurden laut Umfrage die Fernsehgottesdienste, gefolgt von Anregungen im Kirchenraum mit kreativen Ideen der Gemeinden und das persönliche Gebet dort. An dritter Stelle stehen die Streaming-Gottesdienste. Am meisten gefehlt haben den Umfrage-Teilnehmern die Begegnungen mit Freunden und die Tatsache, dass man sich nicht gegenseitig besuchen konnte. Nicht stattfindende Gottesdienstfeiern steht bei dieser Frage auf Platz drei.

Auch in die Zukunft gerichtet wurden Fragen gestellt: Was braucht die Kirche wirklich? „Gute Seelsorger, die Zeit haben“ war die Antwort, die am häufigsten angekreuzt wurde. „Gottesdienste, die etwas mit dem Leben zu tun haben“ und „Einsatz für Menschen, die durch verschiedene Netze fallen“. All dies war den Umfrageteilnehmern sehr wichtig. Ein weiterer interessanter Punkt liefert das Anliegen um eine „verständliche Sprache“.

Als Themen für die Zukunft der Kirche wurden „Gott in der Welt“, die Ökumene, die Frauenfrage und der Sinn und Schutz des Lebens genannt.

Sehr ausführlich zeigten sich die Kommentare der Teilnehmenden in einer letzten, offenen Frage. „Es sind viele Wünsche und Anfragen dabei, mit denen wir uns beschäftigen werden und denen wir uns stellen müssen“, führt Sr. Marie-Catherine aus. Auch wenn die Bewertung von Kirche im Schulnoten-Modus bei 3,8 lag, so zeigten die Beiträge und die hohe Teilnehmerzahl doch ein großes Interesse an der Kirche und auch den Willen, etwas bewegen zu wollen.

Info: An der Umfrage können Interessierte noch bis zum 19. Oktober 2020 teilnehmen unter

https://dekanat-ostalb.de/?page_id=5675

Hier befindet sich auch der Link für die Ergebnisse.