Hier finden Menschen Ruhe und Trost

Mehr denn je ist die Kapelle „Maria Eich“ ein Anlaufpunkt für Wanderer und Radfahrer, für Menschen, die eine Auszeit brauchen, ein Ort für Betende geworden. Das im Jahr 1925 erbaute Kleinod etwa ein Kilometer südwestlich von Ebnat liegt mitten im Wald. Ruhe umfängt es. Ruhe strahlt es aus. Kerzen brennen im „Kapelle“, wie es die Ebnater liebevoll nennen. Und ein wunderschöner Mai-Altar aus weißen Hortensien ziert momentan das Gnadenbild der Mutter Gottes.

„In dieser Zeit mit Corona ist die Besucherfrequenz noch höher geworden“, sagen Gerlinde und Manfred Klopfer. Seit einem knappen Jahr kümmert sich das Ehepaar um die Kapelle Maria Eich. Sie haben es übernommen vom Ehepaar Lindorfer, das sich jahrzehntelang diesem besonderen Ort angenommen hat. Lange Zeit haben sich keine Nachfolger gefunden für die Lindorfers. Doch irgendwann haben sich die Klopfers einen Ruck gegeben und sich gesagt: „Dieser Ort muss erhalten und so schön bleiben, wie er jetzt ist“.

Eine wechselvolle Geschichte trägt die Kapelle Maria Eich unter ihrem hübschen Ziegeldach und den Deckengemälden, von denen Manfred Klopfer Sorge trägt, dass sie irgendwann so restauriert werden sollten, wie sie im ursprünglichen Zustand waren. Denn: der Rauch der Kerzen schlägt sich nieder und hinterlässt seine Spuren.

Ganz ursprünglich – und deshalb auch der Name – wurde die Gebetsstätte im Jahr 1686 von drei Ebnater Hirtenkindern begründet. Sie trafen sich dort am Fuß einer Eiche immer wieder zum Gebet. Sie schnitzten eine Nische in den Eichenstamm für ein paar Heiligenfiguren aus. Sechs Jahre später setzten Unbekannte das ursprüngliche Gnadenbild der Mutter Gottes in die Nische. Niemand wusste, woher es kam. Nach einer bischöflichen Anordnung wurde dieses Gnadenbild in die Ebnater Pfarrkirche übertragen. Heute hat es seinen Platz an der Hinterwand der Apsis über dem Hochaltar.

Menschen kommen von überallher an diesen gern als „Gnadenort“ bezeichneten Platz mitten im Wald. „Hier finden Menschen innere Einkehr, sie machen Halt und sitzen auf den Bänken, es ist ein Anlaufpunkt, auch ein Treffpunkt“, erzählen die Klopfers. Besonders, wenn jemand in Not ist, eine schwere Operation vor sich oder ein Seelenanliegen hat, kommt man zur „Maria Eich“ und bittet um ihren Beistand. Gerne legen die Besucherinnen und Besucher auch Dankesgegenstände dort nieder, wenn ihr Gebet erhört wurde. „Man findet hier Kraft und Trost“, ist sich das Ehepaar sicher. Deshalb kommen die beiden, meist im Wechsel, jeden Tag morgens und abends zur Kapelle, schauen, ob alles in Ordnung ist, Gerlinde Klopfer putzt regelmäßig und schmückt die Kapelle, Manfred Klopfer schaut, dass „drumherum“ alles stimmt. Als Projekt steht derzeit an, die Grünfläche im Bereich der  Bänke vor der Kapelle zu ebnen. „Hier sind auch viele ältere Menschen und wir wollen nicht, dass jemand stolpert“, berichten Gerlinde und Manfred Klopfer. In diesem Zuge sollen auch die alten Holzbänke saniert werden.

Mehrere Mitglieder der Kirchengemeinde unterstützen das ehrenamtlich tätige Ehepaar Klopfer in der Pflege um die Maria-Eich-Kapelle. So führen Ludwig Weber und Hermann Maier die Pflege aller Grünanlagen aus und unterstützen bei technischen Belangen. Gertrud Feil kümmert sich mit viel Liebe um die Pflege des Blumenbeetes im Bereiçh des Kreuzes und Karin Eiberger um den Blumenschmuck am Bildstöckle des Heiligen Josef.

Schon jetzt fiebern alle, die sich um die Kapelle Maria Eich kümmern und auch diejenigen, die sie Tag für Tag besuchen, auf ein besonderes Ereignis hin: In fünf Jahren steht das 100-jährige Jubiläum an. Dann wird die Kapelle mit der Inschrift „Maria bei der Eiche huldreich Deine Hand uns reiche“ ganz besonders schön herausgeputzt. Und der Platz, der sie umgibt, wird noch mehr preisgeben können von der Ruhe des Waldes, dem sanften Rauschen des Windes in den Birken und dem Konzert der Vögel, das es ganz umsonst an diesem besonderen Ort zu hören gibt.

Foto (Schwenk): Gerlinde und Manfred Klopfer kümmern sich um die Kapelle Maria Eich bei Ebnat.