Dekan Kloker und Anita Scheiderer schreiben an die jüdische Gemeinde in Halle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Privorozki,  sehr geehrter Herr Vladislav Chifrine,  sehr geehrter Herr Yosyp Zalmover,

mit großer Erschütterung haben wir die Nachrichten des vergangenen Tages aus Halle aufgenommen! Dass es in der Bundesrepublik Deutschland zu einem solchen Anschlag auf eine Synagoge kommt, schockiert uns.

Dieser Brief ist ein kleines Zeichen unserer Anteilnahme an Ihrem Schicksal und soll deutlich werden lassen, dass wir als Katholische Christen jeglichen Antisemitismus verurteilen. Wir wissen um die Grundlagen unseres Glaubens und empfinden es als große Bereicherung, dass es nach dem Nationalsozialismus wieder praktizierende Juden in Deutschland gibt, dass Sie diesem Land nicht für immer den Rücken gekehrt haben, sondern hier leben und glauben.

Gleichzeitig versichern wir Ihnen, dass wir uns vor Ort weiterhin für ein faires und friedliches Miteinander einsetzten, dass wir unsere Kraft dafür aufwenden, demokratische Strukturen zu stärken und uns öffentlich gegen Extremisten stellen. Wir wollen und werden nicht wegschauen! Wir wollen und werden hinschauen, wachsam sein und uns klar für faires und menschliches Miteinander positionieren.

Ihnen wünschen wir im Namen von 150000 Katholiken auf der Ostalb viel Zuspruch in den nächsten Tagen, trotz aller Sogen sorgenfreie Momente und vor allem gelebte Solidarität in Halle.

Mit freundlichen Grüßen für das Katholische Dekanat Ostalb

Robert Kloker                                     Antia Scheiderer

Dekan                                                  Gewählte Vorsitzende des Dekanatsrats