Innehalten im Advent

Unter dem „Baum der Wünsche“ hat am Mittwochfrüh die Rorate im Haus der katholischen Kirche stattgefunden. Im Foyer haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammengefunden, um gemeinsam eine halbe Stunde innezuhalten und den Advent zu erleben.

„Es ist wichtig, immer wieder die Perspektive zu wechseln“, sagte Natalie Pfeffer von der Caritas einleitend. Sie hatte die Rorate vorbereitet und einen entsprechenden Text vorgelesen. Vom Schluss her betrachtet ergab sich ein ganz anderer Sinn. Passende Lieder, begleitet von Betriebsseelsorger Dr. Rolf Siedler an der Gitarre, haben zu einer schönen Stimmung beigetragen.

Jedes Jahr treffen sich die Leute vom Haus der Kirche zu den „Roraten“. Es ist eine gemeinsame Andacht, die jeweils eine andere Einrichtung inhaltlich gestaltet. Letzte Woche hatte das Jugendreferat die Vorbereitung übernommen. Die Anwesenden waren eingeladen, Wünsche für sich selbst oder für einen anderen auf einen Stern zu schreiben. Diese hängen nun am beleuchteten Christbaum im Foyer des Hauses der Kirche.

Was ist eigentlich der Rorate-Gottesdienst? Lang bevor es morgens hell wird feiern katholische Christen diesen ganz besonderen, adventlichen Gottesdienst. Die Kirchen sind getaucht in Kerzenlicht, die Stimmung hat jenes Erwarten in sich, das diese Zeit ausmacht.

Die Rorate ist wieder „in Mode“ gekommen. In vielen Kirchengemeinden wird dieser Gottesdienst gut angenommen. Die Rorate-Messe war bis zur liturgischen Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine Votivmesse zu Ehren Mariens, die ursprünglich nur an den Samstagen der Adventszeit, mancherorts auch täglich gefeiert wurde. Dabei wurden immer die gleichen Texte verwendet. „Rorate caeli de super“ – „Tauet Himmel, von oben“, ist ein Vers aus dem Buch Jesaja. Durch die liturgische Erneuerung wurde der Akzent stärker auf die Erwartung des Herrn gelegt und die einzelnen Tage erhielten je ein komplettes Mess-Formular mit eigenen Gebeten und Schriftlesungen. Die Feier in der Morgenfrühe, vor Aufgang des Lichts und lediglich im Schein der Kerzen soll die Erwartung des Herrn als Licht symbolisieren.

Im Haus der katholischen Kirche hat die wöchentliche Rorate in der Adventszeit eine lange Tradition. Durch das gemeinsame Beten und Singen erlebt man neu die christliche Grundlage der Arbeit in den verschiedenen Einrichtungen. Auch das neue Jahr beginnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit einem Jahresauftaktgottesdienst am 15. Januar 2019 in der Salvatorkirche, den Dekan Robert Kloker zelebrieren wird.

Sibylle Schwenk

Fotos: Schwenk