Solidarität mit Christen in aller Welt

Ökumenischer Gottesdienst am Fest Kreuzerhöhung: Kreuz und quer verbunden

Die Vielfalt der Christen, gleichzeitig ihre Einheit – das wurde beim großen ökumenischen Gottesdienst am Donnerstagabend im Heilig-Kreuz-Münster deutlich. Neben der Anbetung des Kreuzes und dem gemeinsamen Bekenntnis zum Gekreuzigten, stand der Ausdruck der Solidarität mit den verfolgten Christen in der Welt im Mittelpunkt des Gottesdienstes.

Ein starkes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit war dieser Gottesdienst im Heilig-Kreuz-Münster. Bischof Dr. Gebhard Fürst und Landesbischof Dr. Frank-Otfried July zogen gemeinsam mit Chor-Episkopos Habip Önder (syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien), Erzpriester Dr. Georgios Basioudis (griechisch-orthodoxe Kirche), Pfarrer Dr. Diradur Sararyan (armenisch-apostolische Kirche), dem kommissarischen Dekan Robert Kloker, Dekanin Ursula Richter und Diakon Dr. Dr. Josef Önder (syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien) in die nahezu voll besetzte Kirche ein.

Dort erlebt man in verschiedenen Gebetsformen aus den Herkunftsländern und in schönem Gesang die Unterschiedlichkeit, aber auch die Gemeinsamkeit der Kirchen. Der Münsterchor unter der Leitung von Stephan Beck trägt mit schönen Wechselgesängen zu einer besonderen Atmosphäre im Münster bei. Besonders eindrücklich gestaltet sich der Kreuzverehrungsritus nach der syrisch-orthodoxen Liturgie, die die Segnung der vier Enden der Erde und die Erhebung des Kreuzes beinhaltet.

„Unter allen Symbolen und Zeichen ist das Kreuz das Kennzeichen der Christen“, sagt Bischof Fürst in seiner Ansprache. In unserer Gesellschaft gebe es nicht mehr so viele Freunde für das Kreuz, die Menschen schauten es nicht mehr so gerne an, meint der Bischof. Doch es sei ein Lebensbaum, denn durch das Kreuz wurde Jesus von Gott in ein neues Leben gerufen.

Wie Landesbischof July betont Fürst die Solidarität mit allen Christen in der Welt. July gibt in der Predigt auch zu bedenken, dass es die Christen selbst waren, die das Kreuz in Verruf gebracht hätten. „Das Kreuz wurde als Siegeszeichen, als Abzeichen eigener Ideen benutzt“, führt July aus. Und der fragte sich in der Folge, wenn die Kirchenoberen vor 500 Jahren in Wittenberg und in Rom eben jene Stelle aus der Bibel (Philipperbrief 2, 1- 11) gemeinsam gelesen hätte. Vielleicht wäre es dann anders gekommen, mutmaßt der Landesbischof.

Am Ende des Gottesdienstes lud Münsterpfarrer Robert Kloker alle Anwesenden ein, das Kreuz in Stille anzubeten. Im Anschluss fand ein Stehempfang in der VHS Schwäbisch Gmünd statt.

 

Fotos: Schwenk