Fronleichnamsfest in Schwabsberg

2016_Fronleichnam

 

 

 

 
Am diesjährigen Fronleichnamstag wurde in der Kirchengemeinde St. Martinus das Fronleichnamsfest mit einem feierlichen Gottesdienst, einer Prozession und mit der mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Hocketse gefeiert. Nach dem Gottesdienst, welcher von Pfarrer Jürgen Zorn und Pfarrer i.R. Erwin Schmid zelebriert und dem Martinuschor mitgestaltet wurde, zogen zahlreiche Gläubige betend und singend durch die Straßen und Gassen des Dorfes. Die Prozession wurde von Fahnenabordnungen der Vereine begleitet. Vier Altäre entlang der Wegstrecke waren mit schönen Blumenteppichen geschmückt, welche verschiedene mit Blüten gelegte Bildmotive zeigten. Im Anschluss an die Prozession fand bei schönstem Sommerwetter eine Hocketse auf dem Kirchhof statt, welche vom Kirchengemeinderat organisiert wurde. Zahlreiche Besucher ließen sich im Schatten der Kirche nieder und bei Speis und Trank den Festtag ausklingen.

Seelsorgeeinheit „Unterm Hohenrechberg“

„Wir sind froh, dass wir bereits jetzt vielfältige Unterstützung aus den Gemeinden erfahren“, sagen Münsterpfarrer Robert Kloker und Dekanatsreferent Martin Keßler. Nach dem Weggang von Pfarrer Ernst-Christof Geil Ende Mai wird Kloker die Administration der Seelsorgeeinheit „Unterm Hohenrechberg“ mit ihren vier Gemeinden Rechberg, Straßdorf, Wißgoldingen und Waldstetten übernehmen. Zur Seite steht ihm dabei Dekanatsreferent Martin Keßler.

2016_Keßler - Kloker

Foto: Martin Keßler (links) und Münsterpfarrer Robert Kloker

Auf eine neue Situation müssen sich die Katholiken in der Seelsorgeeinheit Unterm Hohenrechberg einstellen. Pfarrer Ernst-Christof Geil hat nach 13 Jahren dort eine neue Wirkungsstätte angestrebt und ist nun in der Seelsorgeeinheit „Aitrachtal“ im Allgäu tätig. „Es waren mehr als gute Erfahrungen, die ich auf der Ostalb gemacht habe“, sagt Pfarrer Geil. Besonders die Begegnung mit vielen Menschen seien für ihn wichtig gewesen.

Als einziger pastoraler Mitarbeiter ist nun Diakon Michael Weiss in der Seelsorgeeinheit verblieben. Ihm werden in den nächsten Monaten seitens des Bischöflichen Ordinariats Priester zur Aushilfe an die Seite gestellt. Die Verwaltung und Führung der Seelsorgeeinheit übernehmen Dekanatsreferent Martin Keßler und Pfarrer Robert Kloker. Letzterer ist Münsterpfarrer in Schwäbisch Gmünd und dort für vier Kirchengemeinden und drei muttersprachliche Gemeinden verantwortlich. „Die neue Aufgabe kann gut gelingen, wenn wir alle an einem Strang ziehen und miteinander arbeiten“, sagt Kloker. Hier seien vor allem die zweiten Vorsitzenden der Kirchengemeinderäte, der gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeeinheit, die Kirchengemeinderäte insgesamt und die Pfarramtssekretärinnen genannt.

„Für uns ist es wesentlich und entscheidend, oft miteinander im Gespräch zu sein“, erklärt Martin Keßler. Neben den notwendigen organisatorischen Absprachen sei vor allem der Glaubensaustausch wichtig. Davon erhoffe man sich wichtige Impulse und auch ein Stück Gelassenheit.

Koloman-Ritt Wetzgau

Hoch zu Ross zur Segnung

Gemeinde St. Maria Wetzgau-Rehnenhof belebt eine eingeschlafene Tradition neu

Eine Tradition, die über 200 Jahre lang auf einem Ölgemälde verhaftet war, erfährt eine Renaissance: Am 17. Juli, pünktlich zum 750-jährigen Ortsjubiläum der Gemeinde Wetzgau, werden schmucke Reiter samt ihren Pferden mit der Reliquie des Heiligen Koloman, dem Schutzpatron der Tiere, durch die Straßen ziehen. Mit dabei: Pfarrer Markus Schönfeld auf dem Wallach Sherrmann.

Pfarrer Michael Schönfeld freut sich auf den Koloman-Ritt am 17. Juli 2016
Pfarrer Michael Schönfeld freut sich auf den Koloman-Ritt am 17. Juli 2016

Herr Pfarrer Schönfeld, sind Sie ein guter Reiter?

Markus Schönfeld: Ich bin kein Wettkampfreiter. Aber ich reite sehr gern und habe auch einige Reitstunden absolviert. Beim Blutritt in Weingarten habe ich schon mehrmals teilgenommen und kann deshalb von mir behaupten: Ich bin ein sicherer Reiter.

Welchen Reiz bringt eine Reiterprozession im Allgemeinen mit?

Es ist jedes Mal eine ganz besondere Atmosphäre und eine andere Form der Gemeinschaft. Die Beziehung von Mensch und Pferd wird in den Vordergrund gerückt und es wird in der Naturverbundenheit zum Ausdruck gebracht, dass man den Schöpfer bei dieser Beziehung zwischen Reiter und Pferd nicht vergessen darf.

Und der Koloman-Ritt im Besonderen?

Wir rücken hier vor Ort mit der Wiederbelebung des Koloman-Ritts diese besondere Verbundenheit wieder ins Licht. Und es ergeben sich neue Berührungspunkte von Glauben und Menschen – durch diesen Ritt.

In Baden-Württemberg gibt es nur eine einzige Kirche, nämlich die Kolomankirche in Wetzgau, die diesem besonderen Heiligen geweiht ist. Sind Sie stolz darauf?

Ich bin ja vom Bodensee hergekommen und kannte ehrlich gesagt die Geschichte um den Heiligen Koloman gar nicht. Aber sie hat mich von Anfang an fasziniert. Koloman war einer, der nicht verstanden wurde und sein Leben lädt dazu ein, fremden Menschen gegenüber offen zu sein und Vorurteile abzubauen. Was ist könnte heute aktueller sein?

Hätten Sie sich einen anderen Heiligen gewünscht J ?

(lacht): Nein, ganz ehrlich. Ich bin sehr glücklich, dass wir hier diesen großen Heiligen verehren. In 2012 wurde ja sein 1000. Todestag gefeiert und sein Leben lässt in seiner Authentizität keine Zweifel daran, dass er zurecht heiliggesprochen wurde.

Herr Pfarrer Schönfeld, was werden Sie machen, wenn Sherrmann unruhig wird? Immerhin ist er 1,85 Meter hoch…

Ich habe keine Angst. Und verfüge zum Glück über eine gute Portion Gottvertrauen. Sherrman ist ein gutmütiges Pferd. Wenn es nötig sein sollte werde ich einen Bitt- und Flehruf ausrufen.

Foto (privat): Pfarrer Markus Schönfeld auf dem Wallach Sherrmann: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich selbst reiten werde“.

 

Info: Anmeldungen unter 07171-75860 oder unter StMaria.Wetzgau-Rehnenhof@drs.de zur Reiterprozession sind noch möglich und erwünscht! Nähere Informationen unter www.seelsorge-limeshoehe.de

Ablauf: 9.30 Uhr Gottesdienst, 11.00 Pferdesegnung an der Kolomankirche, 11.15 Reiterprozession, 11.30 Uhr Segnung des neuen Flurkreuzes an den Kolomanlinden, 12.30 Uhr Rückkehr der Reiter. Vor Ort ist für günstige Parkmöglichkeiten gesorgt. Die Wasserversorgung für die Pferde ist gesichert. Alle teilnehmenden Reiter erhalten Essens- und Getränkegutscheine sowie ein Andenken an den Kolomanritt 2016.

 

08.06.16/Dekanat Ostalb/Schwenk

 

Hl. Koloman, Pilger, Märtyrer

* in Irland
† 17. Juli (?) 1012 in Stockerau bei Wien in Österreich

Koloman war ein irischer Pilger. Er wurde 1012 auf der Pilgerfahrt zum Heiligen Land in Stockerau wegen seiner fremden Sprache und Kleidung verdächtig, ein böhmischer oder ungarischer Spion zu sein. Er wurde gefoltert und, da kein Eingeständnis erreicht wurde, an einen Baum gehängt. Dort hing der Leichnam der Überlieferung nach eineinhalb Jahre lang unverwest; als ein Jäger seinen Tod feststellen wollte und einen Spieß in seine Seite stach, floss Blut heraus.

Schließlich wurde Koloman vom Baum abgenommen und vom Babenberger Markgrafen Heinrich I. feierlich in seine Residenz beim Kloster Melk überführt, wo er am 13. Oktober 1014 feierlich bestattet wurde.

Koloman wurde nie offiziell heiliggesprochen, dennoch verbreitete sich die Verehrung von Melk aus in ganz Österreich, in Ungarn und in Bayern. Die vom Melker Abt Erchenfrid vor 1163 verfasste Leidensgeschichte ist stark legendär. Zahlreiche Kirchen tragen seinen Namen, der Ort St. Koloman bei Salzburg ist nach ihm benannt, weil dort nahe einer Kolomanikapelle eine einst vielbesuchte Heilquelle entsprang. Koloman wurde Landespatron von Niederösterreich, nach der Heiligsprechung von Leopold III. 1485 ging das Patronat zunehmend, ab 1163 offiziell, auf diesen über.

Gegen Seuchen und Unwetter helfe, wenn man das Kolomani-Büchlein bei sich trage. Auf ihn geweihte Quellen gelten als heilkräftig, der Koloman-Segen schütze vor Feuer. Zum Kolomanstag findet in  noch heute alle fünf Jahre jeweils am Erntedankfest ein Kolomaniritt statt. Den Holunderstrauch, an dem Koloman angeblich erhängt wurde, kann man heute noch an der Rückwand deSt. Kolomans Stockerauer Frauenklosters betrachten.

Koloman ist heute noch im Bewusstsein vieler Österreicher lebendig; … „dass nicht das Kolomandl komme“  droht man Kindern.

(Hubert Hiller)