So fühlt sich Segen an

Dass die Besucherinnen und Besucher des Katholikentags, die am Samstag um 14.00 Uhr den Weg in die Erlöserkirche gefunden haben, eine Gänsehaut bekommen, das ist jetzt schon klar. Dann nämlich wird in einem einmaligen, inklusiven Chorprojekt das Lied „Und ein neuer Morgen“ von Gregor Linßen erklingen. Erst einstimmig bei den Strophen, gesungen von „Tiramisu“, dem Chor der Klosterbergschule Schwäbisch Gmünd, dann vierstimmig beim Refrain gemeinsam mit den renommierten St. Michaels-Chorknaben.

„Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an, in einem neuen Tag, blühe in mir. Halte mich geborgen fest in Deiner starken Hand und segne mich, segne mich und Deine Erde.“

Die 17 Sängerinnen und Sänger von Tiramisu wiegen beim Gesang hin und her. Endlich können sie wieder proben in der Klosterbergschule. Bei der Passage „segne mich“ legen manche ihre Hand auf die Brust und streicheln sie. Ein Lächeln überzieht das Gesicht der Sängerinnen und Sänger. Und das ist genau das Besondere an ihren Liedinterpretationen: sie singen auswendig, sie fühlen den Text und legen die Emotion in den Gesang.

Heike Bareiß, die Leiterin des Chores, ist schon ein bisschen stolz auf ihr Ensemble und darauf, beim Katholikentag auftreten zu können. Neben „Und ein neuer Morgen“ singt „Tiramisu“ auch „This little light“ und „Möge die Straße“ gemeinsam mit den Chorknaben. „Das ist für uns etwas ganz Besonderes“, sagt sie. Die Zusammenarbeit mit einem professionell aufgestellten Chor mache Freude und Mut. Gemeinsam mit Pianist Andreas Weiß, Konrektor der Klosterbergschule, werden die Jungs und Mädchen alles geben, damit der Auftritt gelingt.

Die Vermittlung zum Katholikentag hatte Gemeindereferentin Bogumila Kucharzewska-Bojdol hergestellt. Sie arbeitet in der Klosterbergschule und ist regelmäßig von der großen Offenheit des Kollegiums sowie der Schülerinnen und Schüler begeistert. Das Motto des Katholikentags „Leben teilen“ sieht sie an dieser Schule jeden Tag umgesetzt. „Und jetzt natürlich auch mit dem St. Michaels-Chorknaben und ihrem Dirigenten Moritz Tempel“, berichtet die Gemeindereferentin.

Indessen üben die Solisten von Tiramisu die Strophen des Liedes von Gregor Linßen. Mit Gesten zeigt Heike Bareiß die nächste Textpassage an: „Herr, Du bist die Hoffnung, wo Leben verdorrt, auf steinigem Grund, wachse in mir.“ Wie gebannt schaut die Solistin auf die Dirigentin und auch auf Gabi Bundschuh, die den Chor unterstützt. Kräftig und mutig singt die sie von der perlenden Klavierbegleitung unterstützt, bevor beim Refrain volle Akkordklänge im Forte einen gewaltigen Gesamtklang hervorbringen. „Singt mal volle Röhre“, motiviert Heike Bareiß. Das tun sie. Doch als die Wiederholung von „segne mich“ kommt und die Sängerinnen und Sänger in ein feines Piano wechseln, da spürt man als Zuhörerin: Genauso und nicht anders fühlt sich der echte Gottessegen an.

13.05.2022/Dekanat Ostalb/Sibylle Schwenk

Fotos (Schwenk)

Info: Der Chor Tiramisu und die St. Michaels-Chorknaben treten gemeinsam auf am 26.05.2022 von 13.25 bis 13.55 auf der Bühne des Domradios am Kronprinzenplatz auf und am 28.05.2022 von 14.00 bis 15.00 Uhr in der Erlöserkirche.