Ein Handy als Schutzengel

Woche der Goldhandys vom 19.-27. Juni 2021: Handy-Sammel-Aktion von missio für die Aktion „Schutzengel“ – für Familien in Not weltweit

Das Handy gehört mittlerweile zur Grundausstattung. Die Nutzungsdauer liegt durchschnittlich bei zwei Jahren. Dieser Umstand führt – Schätzungen zufolge – dazu, dass 80 Prozent der Deutschen mindestens ein altes, ungenutztes Handy benutzen. 200 Millionen Handys liegen ungenutzt in den Schubladen! „Wir möchten bitten, alte Handys an unseren Sammelstellen abzugeben“, sagen Barbara Bubenheimer und Hubert Baier von der katholischen Kirche Wasseralfingen, sowie Elisabeth Petasch vom Eine-Welt-Laden. Mit den Erlösen der Sammelaktion werden Familien und Kinder im Kongo unterstützt.

Man mag es sich kaum vorstellen, unter welchen Bedingungen vor allem Kinder im Ost-Kongo arbeiten müssen, um Coltan abzubauen. Coltan ist ein Erzgemisch aus Combulit und Tantalit. Es wird verwendet unter anderem in Laptops und Handys. „30 Prozent der Arbeiter dort sind Kinder und Jugendliche“, führt Hubert Baier aus. „Die Kinder arbeiten unter schwersten Umständen in schwüler Hitze und engem, hartem Gestein, das im Schlamm gewaschen wird“, erzählt Baier. Bei Unfällen in den Minen seien geschätzt mehr als zwei Millionen Kinder in den letzten zehn Jahren verstorben.

Es ist eine Art von moderner Sklaverei, die die Menschen zur Arbeit unter unwürdigsten Bedingungen zwingt. Der Kampf ums tägliche Überleben kostet einen hohen Preis.

Was kann mit den alten Handys, die hier gesammelt werden, für die Menschen im Ost-Kongo getan werden?

Das katholische Hilfswerk „missio“ hat schon einige Male Sammelaktionen gestartet. Etwa 90 Prozent der Handys werden recycelt. Die Telefone werden geschreddert und anschließend die einzelnen Materialkomponenten, zum Beispiel Kunststoff von Metall, getrennt. Der Kunststoff wird ebenfalls recycelt, die metallhaltigen Fraktionen werden eingeschmolzen, sodass Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer zurückgewonnen werden können. Der gesamte Prozess findet in Europa statt. Die restlichen zehn Prozent der Handys können wiederverwendet werden. Eventuell vorhandene Restdaten werden dabei mittels herstellereigener Verfahren zuverlässig gelöscht.

Missio erhält von deren Partner „Mobile-Box“ für jedes wieder aufbereitete Handy zwei Euro und für jedes recycelte Handy 40 Cent für Projekte in der Demokratischen Republik Kongo.

Vom 19. bis zum 27. Juni veranstaltet „missio“ die Woche der Goldhandys. Der Ausschuss Ortskirche-Weltkirche der Katholischen Seelsorgeeinheit Wasseralfingen-Hofen beteiligt sich an dieser Aktion. Initiiert hat dies Barbara Bubenheimer. Und sie bittet: „Sehen Sie zuhause nach und bringen Sie Ihr altes Handy nach Aalen in den Eine-Welt-Laden, ins Haus der Katholischen Kirche (Dekanatsgeschäftsstelle) oder nach Wasseralfingen in die Sammelboxen bei Buchhandlung Henne oder Nahkauf Schieble“. Außerdem können alte Handys einfach in Briefkasten im Pfarramt Wasseralfingen und Hofen eingeworfen werden sowie in den Briefkasten der Dekanatsgeschäftsstelle, Weidenfelder Str. 12, in Aalen.

Außerdem sind die Mitglieder des Ausschusses Ortskirche-Weltkirche an den beiden Samstagen, 19. Juni und 26. Juni mit den Sammelboxen auf dem Wasseralfinger Wochenmarkt anzutreffen.

15.06.2021/Dekanat Ostalb/Sibylle Schwenk