Erstkommunion ist trotzdem cool

Erstkommunionvorbereitung und –feiern in Pandemiezeiten – der kommende Sonntag ist der Weiße Sonntag – ein Blick in die Seelsorgeeinheit Unterschneidheim

Nele (9 Jahre) und Valentin (8 Jahre) werden in diesem Jahr ihre Erstkommunion feiern. Traditionell fände das Fest normalerweise am oder um den Weißen Sonntag, dem ersten Sonntag nach Ostern, statt. Doch in Zeiten der Pandemie ist alles anders. „Wir finden es cool, dass unsere Erstkommunion trotzdem stattfindet“, sage die Beiden unisono. Und: „Wir freuen uns total darauf“.

Dabei ist in diesem Jahr eben alles anders als sonst und nicht zu vergleichen mit den Erstkommunionfeiern der älteren Geschwister. „Wir machen einfach das Beste daraus und gestalten den Tag für unser Kind so schön wie nur möglich“, sagt Martina Gloning, die Mutter von Nele. Auch Johanna Rathgeb, Valentins Mutter, bestätigt: „Es ist in Ordnung, so wie es ist“. Weil die Rathgebs eine „riesige“ Verwandtschaft haben, hat Johanna Rathgeb allen vorher Bescheid gegeben, wann die Erstkommunionfeier ist. „Ich habe halt auch ganz klar gesagt, dass wir nicht wissen, ob wir im gewohnten Rahmen feiern können und wie viele Leute kommen dürfen“. Und das sei ihr ganz schön schwergefallen.

Auch die Erstkommunionvorbereitung, diese intensive Zeit der Gemeinschaft der Kinder untereinander, läuft in diesem Jahr – wie auch schon in 2020 – ganz anders ab. Die Seelsorgeeinheit Unterschneidheim mit ihren acht Kirchengemeinden setzt auf neue Ideen, die jede und jeder für sich daheim umsetzen, aber dann auch digital präsentieren kann. „Wir laden ein, Videos zu erstellen und über unser Padlet zu präsentieren“, sagt Carolin Steidle, Familienreferentin in der Seelsorgeeinheit. Dadurch würden die Kinder auch ein Stück weit zusammenwachsen, weil die Videos und Beiträge eben für alle 41 Jungs und Mädchen zugänglich sind.

„Die Kinder machen toll mit“

Bereits im November letzten Jahres ist die Erstkommunionvorbereitung der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim gestartet. „Wir feierten einen ‚Übergabegottesdienst‘“, lächelt Carolin Steidle. Denn zu diesem Zeitpunkt war der Weg für die Erstkommunionkinder des letzten Jahres fertig und die neuen Jahrgänge konnten beginnen. „Die Kinder haben toll mitgemacht“, erinnert sich Pfarrer Francesco Antonelli. Dass für die neuen Jahrgänge nun in seiner Seelsorgeeinheit eine Familienreferentin Impulse einbringen kann, empfindet er als sehr bereichernd. Und so geht es auch den Familien. Carolin Steidle ist seit Jahresbeginn 2021 an der Sechta tätig. Die studierte Sozialpädagogin war zuvor in den Jugendreferaten des Dekanats Heidenheim beschäftigt. Für sie ist es also in diesem Jahr auch die erste Erstkommunion.

Die Ideen der Vorbereitung spinnen sich um die Themen „Brot und Wein“, „Gemeinschaft“, „Taufe“ und „Jesus“. Im Motto folgen die Kinder aus der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim dem Motto des Bonifatiuswerkes: „Vertrau mir, ich bin da!“.

Innerhalb dieser Zusage Gottes bewegen sich auch die Angebote für die Kinder. Zum Beispiel hat Nele besonders gut das „Bauset“ gefallen, das von Carolin Steidle ins Haus flatterte. „Wir haben zusammen eine Familienosterkerze gebastelt“, erzählt Nele. Und Valentin fand die Geschichte mit dem „Verlorenen Schaf“, die sich in seiner Fastentüte befand, richtig lustig. Für jeden Monat hat sich die Familienreferentin etwas ausgedacht. Eine Bibelgeschichte mit Lego oder Playmobil nachbauen zum Beispiel, oder die Familie geht miteinander auf eine Schatzsuche durch den Ort unter dem Motto: „Auf den Spuren meiner Taufe“. „Wir hoffen“, so sagen Carolin Steidle und Pfarrer Antonelli, „dass wir bald wieder unsere Wegegottesdienste machen können“. Auch eine Sozialaktion mit den Ministranten ist für Mai geplant. Und vielleicht klappt ja auch die Mitgestaltung der Erstkommunionkinder bei den Blumenteppichen an Fronleichnam.

13 Erstkommuniongottesdienste bietet die Seelsorgeeinheit an. Durch die kleinen Gruppen ist das Erlebnis intensiver, so hat Carolin Steidle schon festgestellt. Im Juli und im August startet der kleine „Marathon“. Doch Pfarrer Antonelli findet das nicht anstrengend. „Die Kinder sind gut dabei und dann macht es einfach Spaß“.

Erstkommunion ist total cool. Auch in Pandemiezeiten.

06.04.2021/Dekanat Ostalb/Sibylle Schwenk

 

Foto (Schwenk): v.l. Pfr. Francesco Antonelli, Martina Gloning und Nele, Johanna Rathgeb und Valentin, Carolin Steidle.