Hand in Hand

Erstkommunion unter Corona-Bedingungen in Schwäbisch Gmünd

Die neun Mädchen und Jungs der Münstergemeinde, die an diesem Samstag die Erstkommunion empfangen, machen das richtig gut. Sie nehmen ihren Mund-Nasen-Schutz ab, wenn sie am Mikrofon um die Nähe Jesu bitten und setzen ihn schnell wieder auf, um an den Platz zu gehen. So, wie in der Münstergemeinde in Schwäbisch Gmünd, feiern momentan die Kirchengemeinden des Dekanats Ostalb die Erstkommunion.

„Wir sind froh, dass die Erstkommunion überhaupt stattfinden kann“, sagt eine Mutter vor dem Heilig-Kreuz-Münster und schaut zu ihrer kleinen Tochter, die gerade ins Fotoshooting strahlt. Fürs Foto dürfen die Masken runter. „Freut ihr euch?“, fragt Dekan Robert Kloker in Richtung Kinder. Auch er trägt den Mund-Nasen-Schutz. Später, im Gottesdienst, greift er zu einem durchsichtigen Visier. Der Schutz für die anderen geht vor.

Abstand, Abstand, Abstand. Alle halten sich vorbildlich daran. Auch für die Feier mit den Angehörigen sind die Eltern der Kommunionkinder kreativ geworden. „Wir feiern mit zehn Personen vor dem Gottesdienst und mit zehn danach“, verrät eine andere Mutter. Im Mittelpunkt: der Gottesdienst.

Unter dem Thema „Hand in Hand mit Jesus“ stand die Vorbereitung und die Feier. Dekan Kloker greift es auf in seiner Ansprache. „Ihr habt das Thema jetzt ganz anders kennengelernt“, sagt der Dekan, „für euch heißt es immer nur Hände waschen, Hände desinfizieren“. Doch Hände seien im normalen Kontext ein Zeichen der Zuneigung. „Hände teilen das Brot, teilen das Brot aus und schenken es“, interpretiert Dekan Kloker. Jesus schenke sich uns im Brot des Lebens. „Lasst uns miteinander auf die Hände Jesu schauen“.

Das Vorbereitungsteam hat inhaltlich einen tollen Gottesdienst zusammengestellt. Einen großen Beitrag für die feierliche Ausstrahlung der schönen Gedanken tragen an diesem Samstag drei Mädchen aus dem Chor der Münsterspatzen mit ihrer Leiterin Andrea Beck bei. Das Lied „Hand in Hand mit Jesus“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Kirchenmusikdirektor und Münsterorganist Stephan Beck erhebt die im Corona-Abstand platzierte Gemeinde mit seinem kraft- und klangvollen Orgelspiel, mit seinen genialen Improvisationen und dem Gefühl für die Liturgie.

Hand in Hand. Wenn es bei den Erstkommuniongottesdiensten in Schwäbisch Gmünd auch nur symbolisch war, so gewann das Motto seine tiefere Bedeutung in einem festlichen, kindgerechten Gottesdienst.

Auf die Begleitung Jesu, auf seine führende Hand kann man Vertrauen. Mit oder ohne Abstand.

25.10.2020/Dekanat Ostalb/Sibylle Schwenk