Austausch über Gemeindeleben während der Pandemie

In den über 100 Kirchengemeinden des katholischen Dekanats Ostalb hat das kirchliche Leben auch während der Corona-Pandemie stattgefunden. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst der Seelsorge während dieser Zeit des Lockdowns erlebt haben und was in Zukunft daraus weitergeführt werden kann, war Thema der diesjährigen Dekanatskonferenz.

Corona-Bestuhlung in der Gemeindehalle Iggingen. Über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Dekan Robert Kloker begrüßen. „Eine stolze Zahl in diesen Zeiten“, sagte der Dekan. Als geistlichen Impuls nutzte der Dekan Ausführungen von Egbert Ballhorn, Professor für Exegese und Theologie des Alten Testaments im Institut für Katholische Theologie an der Technischen Universität Dortmund. Ballhorn hält es für wichtig, aktuelle, fundamentale Fragen von Glauben und Kirche neu im Licht des Evangeliums zu beantworten. Nach einem Austausch in Kleingruppen wurden wichtige Erfahrungen während Covid-Zeiten eingebracht. Aussagen wie „Technik kann nicht alles ersetzen, höchstens auffangen“, „das Gespräch auf der Straße war wichtiger als das Sorgentelefon“, „ich kann Gottesdienst nicht ohne die Gemeinde feiern“ oder „die Gemeinde ist selbständiger geworden in Corona-Zeiten“, gehörten zu den Statements. Besonders betroffen zeigten sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger über die Tatsache, dass bei Beerdigungen Trauernde außen vor bleiben mussten. Die Landpastoral Schönenberg bietet zu diesem Thema, so berichtete Michaela Bremer, am 23. Juli um 18.30 Uhr ein Treffen an, bei dem Menschen, die nicht in gewohnter Weise Abschied nehmen konnten, dies nachholen können.

Das Team der Landpastoral stellte sich in seiner neuen Besetzung mit Pater Jens Bartsch, Ansgar Baumann, Ingrid Beck und Michaela Bremer vor. Ingrid Beck ist ausgebildete Bibliologin und wird auch entsprechende Angebote in der Landpastoral oder auf Anfrage in den Gemeinden machen.

Krankenhausseelsorgerin Karin Fritscher berichtete eindrücklich aus der Klinikseelsorge während der Hochphase der Pandemie. „Der Bedarf zu reden war riesig“, so Karin Fritscher. Es sei schwierig, seelsorgerliche Gespräche mit Abstand zu führen. Dem starken Bedürfnis der Menschen nach Berührung bei der Segnung konnte die Klinikseelsorgerin nur ganz eingeschränkt und in voller Schutzkleidung gerecht werden. „Ich habe wieder erfahren, wie heilend die Berührung ist“. Von der Amtskirche wünscht sie sich mehr Lösungen, wie dieses Problem zu handhaben sei.

Ideen für die Gestaltung von Gottesdiensten zur Firmung oder Erstkommunion während Corona hat Sven Köder von der Seelsorgeeinheit Ellwangen vorgestellt. Gemeinsam mit der Katechese-Referentin des Dekanats Ostalb, Sr. Marie-Catherine Müller, wurde ein so genanntes „Padlet“ erstellt, ein Online-Forum, in dem Ideen eingebracht werden und so gemeindeübergreifend transportiert werden können.

Dass die Caritas-Arbeit in der kommenden Legislaturperiode des Dekanatsrats, der sich am 29. September neu konstituiert, einen großen Platz bekommen wird, dafür sprach sich Dekan Kloker am Ende der Konferenz aus. Die Bildung eines Caritas-Ausschusses im Dekanatsrat wird dafür angestrebt.

09.07.2020/Sibylle Schwenk

Fotos (Schwenk)