„Die mittlere Ebene hat Kraft“

„Es waren volle Jahre“, sagte Dekanatsreferent Tobias Kriegisch bei der Sitzung des Dekanatsrats des Dekanats Ostalb am Dienstagabend in der Sängerhalle Wasseralfingen. Es war die erste Sitzung im Jahr 2020, in der der Rat zusammengekommen ist und gleichzeitig die letzte in dieser Konstellation – denn am 29. September konstituiert sich die Versammlung neu.

In Corona-Sitzordnung begrüßten Dekan Robert Kloker und die Gewählte Vorsitzende des Dekanatsrats, Anita Scheiderer die Räte. Gemeinsam betete man das „Mutmach-Gebet“, das Lesezeichen des neuen Buches im Dekanat, den „33 Mutmach-Geschichten aus dem Dekanat Ostalb“. „Dieses Buch“, so sprach Anita Scheiderer den Anwesenden zu, „möchten wir Ihnen zum Dank an die fünfjährige Zeit im Dekanatsrat schenken.“

Den gemeinsamen Rückblick leitete Tobias Kriegisch mit einer blitzlichtartigen Zusammenfassung ein. Während der letzten fünf Jahre war der Entwicklungsprozess Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten, prägend. Es sei gut gewesen, diesen Prozess zu durchlaufen, zeigte sich der Dekanatsreferent überzeugt. Positiv nannte er als Ergebnisse die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Kirchenfernen, die Neueinstellung von Mitarbeitenden in sozialen Fragen, die Quartiersarbeit in Schwäbisch Gmünd, das neue kirchenmusikalische Engagement, die Kapelle Mutter Teresa in Westhausen und weitere Stätten der immerwährenden Anbetung, sowie mancherorts die Neustrukturierung der Pfarrämter. Auch auf Dekanatsebene habe sich viel getan. Mit der Schaffung von Profilstellen, mit regelmäßig durchgeführten Mitarbeiterklausuren sowie Nachhaltigkeitsinitiativen, wurden die Weichen auf Zukunft gestellt. „Dies alles ermöglicht uns zu gestalten“, zog Kriegisch positiv Bilanz.

Ins Gespräch kamen die Räte anschließend in einer offenen Runde. Mitgestalten und mitverantworten können, das seien die Punkte, die die Arbeit im Dekanatsrat interessant machen, war der Tenor der Wortmeldungen. Außerdem sei es hilfreich, neue Anordnungen seitens der Bischöflichen Ordinariats durch das Dekanat in die Kirchengemeinden tragen zu können. Pfarrer Bernhard Weiß sprach davon, dass die „mittlere Ebene eine Kraft hat“ und dies gut sei. Auch Dekan Robert Kloker blickte auf die vergangenen fünf Jahre zurück. In der zweiten Hälfte davon wurde er zum Ostalb-Dekan gewählt, ein Amt, das „mir Freude macht, aber auch viel Zeit kostet“, gab der Dekan zu.

Vor dieser Aussprache stellte der Rat den Jahresabschluss 2018, vorgestellt von Rechnungsführer Jochen Breitweg, fest, und verabschiedete ihn einstimmig. Dekanatsrat Willi Anderl aus Hüttlingen wünscht sich eine Handhabe vom Bischöflichen Ordinariat, die die Umsetzung zur Einführung der Umsatzsteuerpflicht praktisch und unkompliziert erläutert. Dieses Anliegen werde das Dekanat weiterleiten und dafür sorgen, so Anita Scheiderer. Jochen Breitweg gab mit auf den Weg, dass der Gesetzgeber die Einführung der Umsatzsteuerpflicht auf den 01.01.2023 verschoben hat. Er riet jedoch, bereits jetzt die Strukturen und die Vorarbeit in den Gemeinden zu leisten.

Verabschiedet wurde in dieser Sitzung die Religionspädagogin und Schulseelsorgerin Ulrike Balle-Grünbaum, deren Stelle als Dekanatsbeauftragte für Schule und Pastoral nicht in die Verlängerung geht. „Verlieren sie die Schule als pastoralen Ort nicht aus den Augen“, appellierte Balle-Grünbaum an die Räte

Verabschiedung von Martin Keßler als Dekanatsreferent

Eine Würdigung formulierte Dekan Robert Kloker. „Deine Amtszeit von 14 Jahren ist deckungsgleich mit der Gründung des Dekanats Ostalb“, sagte der Dekan. In 2006 gründete sich das Dekanat aus den Bezirken Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Neresheim. Martin Keßler betrachtete es von Beginn an als Einheit. „Du warst immer ein Dekanatsreferent mit viel sozialem Herzblut“, so der Dekan weiter. Keßler habe sich nie mit dem zufrieden gegeben, was war, sondern schaute auf Neues und wie den Mitarbeitenden des Dekanats die Arbeit erleichtert werden konnte. „Du hast dich immer als Lobbyist für die Kirchengemeinden in der Diözese eingesetzt“, sprach ihm auch Tobias Kriegisch zu. „Wir danken dir für die Arbeit mit Herzblut, die Pionierarbeit und die Einsatzbereitschaft in unserem Dekanat“, würdigten Kloker und Kriegisch den scheidenden Dekanatsreferenten.

Martin Keßler wird künftig weiterhin im Dekanat Ostalb als Seelsorger für Menschen in Not unterwegs sein. Sein Nachfolger, so gab Dekan Kloker ganz am Ende der Sitzung bekannt, wird Romanus Kreilinger sein. Kreilinger ist seither Hochschulseelsorger an der PH Schwäbisch Gmünd und Pastoralreferent in der Seelsorgeeinheit Schwäbisch Gmünd-Mitte. Er wird am 1. September die Stelle an der Seite von Tobias Kriegisch antreten.