Im Advent neue Räume betreten

Ein etwas anderer Adventsschmuck ziert in diesem Jahr das Haus der Katholischen Kirche. Statt eines Christbaums steht dort eine alte Tür, leicht geöffnet. Sie ist geschmückt mit Tannenzweigen und Lichtern. Bei der Öffentlichen Mittagspause haben die Gäste sich Gedanken gemacht, was für sie im Advent ein Türöffner sein könnte.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ – dieses Lied stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, die vier Mal im Jahr im Haus der Kirche für alle Menschen stattfindet, die gerade in der Gegend sind und in ihrer Mittagspause nebst einem Teller Suppe auch noch einen Impuls in ihren Alltag oder Interessantes aus ihrem Alltag mitnehmen wollen.

Bei „Adventsliedersingen und mehr…“ ist es also die Tür. Dekanatsmitarbeiterin Sibylle Schwenk geht auf die Entstehungsgeschichte von „Macht hoch die Tür“ ein. „Dieses Lied ist im Dreißigjährigen Krieg im damaligen Ostpreußen entstanden“, lässt Sibylle Schwenk wissen. Bereits damals habe es einen reichen Geschäftsmann veranlasst, die Tore, die seinen Garten abschirmten, zu öffnen. „Der Weg wird heute noch Adventsweg genannt“. Schulseelsorgerin Ulrike Balle-Grünbaum interpretierte das Lied und übertrug seine Gedanken auf das Heute. „Wir können Türen durchschreiten, niemand lebt in einem völlig verschlossenen Raum“, so die Schulseelsorgerin. „Wenn wir Türen öffnen und in sie eintreten, öffnen wir uns selbst und erwarten, dass uns da etwas entgegenkommen wird, das uns frei und heil macht.“ Jede Tür könnte eine Einladung sein, Bekanntes zu verlassen und sich neue Räume zu erschließen. „Aber ohne die Tür zu öffnen und ohne den Schritt über die Schwelle, bleibt mir der Raum dahinter verborgen“, interpretiert Ulrike Balle Grünbaum.

Symbolhaft hat das Vorbereitungsteam der Öffentlichen Mittagspause die Tür dann ein Stückchen geöffnet, und dahinter eine Bibel und einen Spiegel gestellt.

Gemeinsam mit Dekanatskirchenmusiker und Regionalkantor Thomas Petersen sangen die Gäste Adventslieder wie „Oh Herr, wenn Du kommst“ und im Kanon das bekannte „Mache Dich auf und werde Licht“. Danach gab es eine wärmende Suppe von Martin Jahn, Mitarbeiter der Betriebsseelsorge Aalen.

Info: Die nächste Öffentliche Mittagspause findet am 17.03.2020 zum Thema „Burnout“ statt, weitere Termine sind am 17.06.2020, 24.09.2020, 08.12.2020. Herzliche Einladung an alle!

Fotos (Schwenk): Titelfoto: rechts Ulrike Balle Grünbaum, links Irmgard Wiest