Gottesdienste, Lichterprozessionen und Kräuterweihe

Mariä Himmelfahrt ist das höchste christliche Marienfest, die katholische Kirche feiert es alljährlich am 15. August. Es erinnert an den irdischen Tod Marias, der Mutter Jesu, und reicht in seinem Ursprung bis ins fünfte Jahrhundert zurück. Mit diesem Fest bringt die Kirche zum Ausdruck, dass Maria mit Leib und Seele, mit all ihren menschlichen Erfahrungen, in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen wurde. Insbesondere in den Marien-Wallfahrtsorten der Diözese werden traditionell zahlreiche Pilger zu Festgottesdiensten erwartet.

Am Donnerstag, 15. August findet um 14.30 Uhr findet ein Gottesdienst mit Weihbischof Kreidler zu Mariä Himmelfahrt auf der Remstalgartenschau (Remsparkbühne) Schwäbisch Gmünd statt.

Mit dem volkstümlichen Brauch der Kräuterweihe in den Gottesdiensten rund um den 15. August erinnert die katholische Kirche gleichzeitig an die Grabesöffnung Mariens: Der Legende nach soll wundersamer Kräuterduft das Grab erfüllt haben; eine andere Erzählung spricht davon, dass die Apostel statt des Leichnams Rosen und Lilien fanden und vor dem Grab die Lieblingskräuter der Gottesmutter wuchsen. Die Tradition der Kräutersegnung wurde erstmals im 9. Jahrhundert in der katholischen Kirche erwähnt. In vielen Gemeinden, vor allem im ländlichen Raum, werden noch heute Kräuter gesammelt, zu Sträußen zusammengebunden und im Gottesdienst gesegnet: Mindestens sieben verschiedene Kräutern muss ein Strauß enthalten, es können aber auch 9, 12, 14, 24, 72 oder 99 sein – Zahlen, die zum Teil in der römisch-katholischen Tradition, aber auch in der Geschichte vorchristlicher Kulturen verankert sind und ihre eigene Bedeutung haben.

Ebenso gibt es bei der Auswahl der Kräuter genaue Vorstellungen. Es werden dabei hauptsächlich einheimische Heilpflanzen und bekannte Gartenkräuter verwendet. Vom kirchlichen Segen der Kräuterbüschel versprach man sich früher Schutz vor Krankheiten, Feuer und Gewitter. Für die katholische Kirche ist die Kräuterweihe zugleich Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung und, durch die Heilkraft der Kräuter, Symbol für Gottes Zuwendung zu den Menschen.

Das Fest der Aufnahme Marias in den Himmel ist in der Ostkirche schon bald nach dem Konzil in Ephesus im Jahr 431 aufgekommen, in der Westkirche wird es seit dem siebten Jahrhundert gefeiert. Im Jahr 1950 verkündete Papst Pius XII. das Dogma „von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel“.

Text/Fotos: Diözese Rottenburg-Stuttgart