Kreuze in der Musik und im Leben

Gottesdienst auf der Remsparkbühne zum Chortag des Dekanatsbezirks Schwäbisch Gmünd

Dieser Sonntagmorgen auf der Remsparkbühne gehört der Chormusik. Die Bühne ist voll besetzt mit Sängerinnen und Sängern aus dem Dekanatsbezirk Schwäbisch Gmünd. Sie feiern an diesem Sonntag ihren Chortag mit einem Gottesdienst, und locken damit zahlreiche Besucher zu dieser besonderen Messfeier, bei der die Natur die Stimmung vorgibt.

Und diese ist durchzogen von Freude und Musik. Dekanatspräses Pfarrer Tobias Freff ist begeistert von der Sängerschaft und dem klanglichen Volumen, das in die voll besetzten Reihen der Gottesdienstbesucher strömt. Zu einem homogenen Gesamtklang hat Dekanatskirchenmusiker Ulrich Klemm die Kirchenchöre aus Waldstetten, Bargau, Schechingen und das „Spraitbacher Chörle“ zusammengeführt. Schöne Sätze, wie „Meine Augen finden deine Himmel nicht“ oder der ergänzende Chorsatz zum Gemeindelied „Danket dem Herrn“ zaubern eine wunderbare Atmosphäre in die Eucharistiefeier. Und es ist schön einmal mehr zu spüren, welch verbindende Kraft von der Musik ausgeht.

Passend zum Chortag des Dekanatsbezirks hat Dekan Robert Kloker seine Predigt vorbereitet. Er zitiert den berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven: „Die Kreuze im Leben sind wie die Kreuze in der Musik – sie erhöhen“. Der Glaube an Gott bewahre nicht vor Leid, sondern stärke uns im Leid, so der Dekan. Gott habe für jeden einzelnen Menschen das Leid in seinem Leben in einem solchen Maß gewählt, dass es ertragbar sei. „Gott will das Heil der Menschen, aber er kann das Leid nicht ersparen“, führt der Dekan aus. Dass Menschen nach wie vor auf der Suche nach einem Glauben sind, stellt Kloker diesen Gedanken voran. „Kreuz und Leid stehen im Gegensatz zu unserer Spaßgesellschaft“. Kritisch zeigt sich der Dekan: Die Kirchen könnten zwar die Sehnsucht der Menschen nach Glauben stillen, aber die Botschaft oft nicht mehr vermitteln, „vielleicht wegen der verstaubten Verpackung, vielleicht wegen der unverständlichen Sprache“, gibt Kloker zu bedenken. Das gemeinsame Singen indes gebe Sinn und Lebensmut.

Die wunderbaren Chorgesänge und die Musik in diesem Gottesdienst bereichern den Gottesdienst bis zum Schluss. Mit John Rutters „Schau auf die Welt“ wird der Gedanke der Ehrfurcht vor der Schöpfung hinausgetragen in die grünen Flächen und die Blumen der Remstalgartenschau.

Die Sängerinnen und Sänger trafen sich im Anschluss noch im Franziskaner, wo sie ein gemeinsames Mittagessen erwartete.