Koloman-Ritt Wetzgau

Hoch zu Ross zur Segnung

Gemeinde St. Maria Wetzgau-Rehnenhof belebt eine eingeschlafene Tradition neu

Eine Tradition, die über 200 Jahre lang auf einem Ölgemälde verhaftet war, erfährt eine Renaissance: Am 17. Juli, pünktlich zum 750-jährigen Ortsjubiläum der Gemeinde Wetzgau, werden schmucke Reiter samt ihren Pferden mit der Reliquie des Heiligen Koloman, dem Schutzpatron der Tiere, durch die Straßen ziehen. Mit dabei: Pfarrer Markus Schönfeld auf dem Wallach Sherrmann.

Pfarrer Michael Schönfeld freut sich auf den Koloman-Ritt am 17. Juli 2016
Pfarrer Michael Schönfeld freut sich auf den Koloman-Ritt am 17. Juli 2016

Herr Pfarrer Schönfeld, sind Sie ein guter Reiter?

Markus Schönfeld: Ich bin kein Wettkampfreiter. Aber ich reite sehr gern und habe auch einige Reitstunden absolviert. Beim Blutritt in Weingarten habe ich schon mehrmals teilgenommen und kann deshalb von mir behaupten: Ich bin ein sicherer Reiter.

Welchen Reiz bringt eine Reiterprozession im Allgemeinen mit?

Es ist jedes Mal eine ganz besondere Atmosphäre und eine andere Form der Gemeinschaft. Die Beziehung von Mensch und Pferd wird in den Vordergrund gerückt und es wird in der Naturverbundenheit zum Ausdruck gebracht, dass man den Schöpfer bei dieser Beziehung zwischen Reiter und Pferd nicht vergessen darf.

Und der Koloman-Ritt im Besonderen?

Wir rücken hier vor Ort mit der Wiederbelebung des Koloman-Ritts diese besondere Verbundenheit wieder ins Licht. Und es ergeben sich neue Berührungspunkte von Glauben und Menschen – durch diesen Ritt.

In Baden-Württemberg gibt es nur eine einzige Kirche, nämlich die Kolomankirche in Wetzgau, die diesem besonderen Heiligen geweiht ist. Sind Sie stolz darauf?

Ich bin ja vom Bodensee hergekommen und kannte ehrlich gesagt die Geschichte um den Heiligen Koloman gar nicht. Aber sie hat mich von Anfang an fasziniert. Koloman war einer, der nicht verstanden wurde und sein Leben lädt dazu ein, fremden Menschen gegenüber offen zu sein und Vorurteile abzubauen. Was ist könnte heute aktueller sein?

Hätten Sie sich einen anderen Heiligen gewünscht J ?

(lacht): Nein, ganz ehrlich. Ich bin sehr glücklich, dass wir hier diesen großen Heiligen verehren. In 2012 wurde ja sein 1000. Todestag gefeiert und sein Leben lässt in seiner Authentizität keine Zweifel daran, dass er zurecht heiliggesprochen wurde.

Herr Pfarrer Schönfeld, was werden Sie machen, wenn Sherrmann unruhig wird? Immerhin ist er 1,85 Meter hoch…

Ich habe keine Angst. Und verfüge zum Glück über eine gute Portion Gottvertrauen. Sherrman ist ein gutmütiges Pferd. Wenn es nötig sein sollte werde ich einen Bitt- und Flehruf ausrufen.

Foto (privat): Pfarrer Markus Schönfeld auf dem Wallach Sherrmann: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich selbst reiten werde“.

 

Info: Anmeldungen unter 07171-75860 oder unter StMaria.Wetzgau-Rehnenhof@drs.de zur Reiterprozession sind noch möglich und erwünscht! Nähere Informationen unter www.seelsorge-limeshoehe.de

Ablauf: 9.30 Uhr Gottesdienst, 11.00 Pferdesegnung an der Kolomankirche, 11.15 Reiterprozession, 11.30 Uhr Segnung des neuen Flurkreuzes an den Kolomanlinden, 12.30 Uhr Rückkehr der Reiter. Vor Ort ist für günstige Parkmöglichkeiten gesorgt. Die Wasserversorgung für die Pferde ist gesichert. Alle teilnehmenden Reiter erhalten Essens- und Getränkegutscheine sowie ein Andenken an den Kolomanritt 2016.

 

08.06.16/Dekanat Ostalb/Schwenk

 

Hl. Koloman, Pilger, Märtyrer

* in Irland
† 17. Juli (?) 1012 in Stockerau bei Wien in Österreich

Koloman war ein irischer Pilger. Er wurde 1012 auf der Pilgerfahrt zum Heiligen Land in Stockerau wegen seiner fremden Sprache und Kleidung verdächtig, ein böhmischer oder ungarischer Spion zu sein. Er wurde gefoltert und, da kein Eingeständnis erreicht wurde, an einen Baum gehängt. Dort hing der Leichnam der Überlieferung nach eineinhalb Jahre lang unverwest; als ein Jäger seinen Tod feststellen wollte und einen Spieß in seine Seite stach, floss Blut heraus.

Schließlich wurde Koloman vom Baum abgenommen und vom Babenberger Markgrafen Heinrich I. feierlich in seine Residenz beim Kloster Melk überführt, wo er am 13. Oktober 1014 feierlich bestattet wurde.

Koloman wurde nie offiziell heiliggesprochen, dennoch verbreitete sich die Verehrung von Melk aus in ganz Österreich, in Ungarn und in Bayern. Die vom Melker Abt Erchenfrid vor 1163 verfasste Leidensgeschichte ist stark legendär. Zahlreiche Kirchen tragen seinen Namen, der Ort St. Koloman bei Salzburg ist nach ihm benannt, weil dort nahe einer Kolomanikapelle eine einst vielbesuchte Heilquelle entsprang. Koloman wurde Landespatron von Niederösterreich, nach der Heiligsprechung von Leopold III. 1485 ging das Patronat zunehmend, ab 1163 offiziell, auf diesen über.

Gegen Seuchen und Unwetter helfe, wenn man das Kolomani-Büchlein bei sich trage. Auf ihn geweihte Quellen gelten als heilkräftig, der Koloman-Segen schütze vor Feuer. Zum Kolomanstag findet in  noch heute alle fünf Jahre jeweils am Erntedankfest ein Kolomaniritt statt. Den Holunderstrauch, an dem Koloman angeblich erhängt wurde, kann man heute noch an der Rückwand deSt. Kolomans Stockerauer Frauenklosters betrachten.

Koloman ist heute noch im Bewusstsein vieler Österreicher lebendig; … „dass nicht das Kolomandl komme“  droht man Kindern.

(Hubert Hiller)

Prozessteam SE Am Limes stellt sich vor

Vorstellung Prozessteam „Kirche am Ort“ am 14. Mai um 18.30 Uhr in der Kirche St. Leonhard, Hussenhofen

SE Am Limes Prozessteam

Foto  (Schwenk): v.l. Andreas Kucher (Hussenhofen), Brigitte König (Iggingen), Angelika Hägele (Herlikofen), Ludwig Grimminger (Hussenhofen), Pfarrer Johannes Waldenmaier, Pastoralreferentin Stefanie Kempf, Jonas Zirschka (Herlikofen). Es fehlt Dietmar Springer.

Lust auf Neues

Kirche ist in Bewegung, ist offen für Neues, will den Menschen begegnen und sie berühren. „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ gibt als diözesaner Entwicklungsprozess dafür den Rahmen vor. Gemeinsam mit bereits acht Seelsorgeeinheiten im katholischen Dekanat Ostalb ist die Seelsorgeeinheit „Am Limes“ auf dem Weg. Am Samstag 14. Mai stellt sich das „Prozessteam“ im Gottesdienst vor.

„Das ist ja toll, dass ihr was macht!“. Diesen Satz hat Angelika Hägele nicht nur einmal gehört, wenn sie davon berichtet, dass man in der Seelsorgeeinheit den Aufbruch wagt. Etwas bewegen, etwas verändern, Gutes beibehalten, so manches lassen und vor allem: Die Lebenswirklichkeit der Menschen wahrnehmen, das Angebot des Glaubens an neuen Orten und auf verschiedenen Ebenen anbieten. „Glaube kann so hilfreich sein, in jedem Alter, in verschiedensten Lebenssituationen“, ist Angelika Hägele überzeugt.

Gemeinsam mit Jonas Zirschke, Stefanie Kempf, Brigitte König, Dietmar Springer, Andreas Kucher, Ludwig Grimminger und Pfarrer Johannes Waldenmaier bildet sie das so genannte „Prozessteam“, das sich leitend um den Aufbruch innerhalb der Seelsorgeeinheit mit ihren 5250 Katholiken kümmert. „Der Glaube soll wieder besser erfahrbar werden“, meint Brigitte König. „Junge Leute müssen sich besser angesprochen fühlen“, ergänzt Jonas Zirschke. „Und“, so sagt Pastoralreferentin Stefanie Kempf, „es geht darum Wege zu allen sozialen Schichten zu finden“. Der einzige Schlüssel hierfür sei der offene Dialog.

Welcher Tag könnte für so einen Aufbruch besser passen als Pfingsten? „Wir haben ganz bewusst diesen Vorabend des Pfingstfestes gewählt, um uns in der Gemeinde als Prozessteam vorzustellen“, erklärt Stefanie Kempf. Wandlung und Visionen. Das können die Kirchenbesucher, wenn sie möchten, an Stehtischen nach dem Gottesdienst notieren und den Frauen und Männern im Prozessteam mitgeben. Sie selbst formulieren ihre Gedanken und Hoffnungen für eine neue Kirche bereits in der Predigt.

Die als Jugendgottesdienst angelegt Liturgie bringt Schwung und die Lust auf Neues mit. Die Mitglieder des Prozessteams jedenfalls freuen sich darauf. Auf jeden neuen Schritt, auf gute Ideen, darauf, dass sich etwas tut und darauf, dass „wir was machen“.

Tauffamilien treffen sich in der SE Unterschneidheim

Die Turn- und Festhalle Zöbingen war am Samstagnachmittag mit ganz besonderen Gästen gefüllt: 96 Täuflinge der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim freuten sich mit ihren Eltern und Taufpaten über ein buntes Treffen im Zeichen eines christlichen Lebens. Den kleinen Holzfisch mit dem jeweiligen Namen des Täuflings übergab Pfarrer Francesco Antonelli.

Unterschneidheim-Zöbingen . „Irgendwann werden die Kleinen gemeinsam einen Schulabschluss machen, und hier begegnen sie sich alle zum ersten Mal“, sagt André Weißenburger, Vater des kleinen Theo. Vor nicht allzu langer Zeit wurde Theo in die Gemeinde als Täufling aufgenommen. Und mit ihm in den vergangenen zwei Jahren 95 weitere Kinder. „Als Symbol der Aufnahme in die Gemeinde wird für jeden Täufling ein kleiner Holzfisch mit Kerze, Namen des Täuflings und mit dem Taufdatum entzündet“, erklärt Pfarrer Antonelli. „Diese Kerze brannte dann neben der Taufkerze in jedem Sonntagsgottesdienst.“
Jetzt bekamen die Täuflinge ihren Fisch zurück und können ihn zu Hause als Erinnerung an die Taufe anzünden. „Das werden wir sicher oft tun“, meint Eva Weißenburger. Auch Töchterchen Klara hat einen Fisch bekommen.
Das so genannte „ICHTHYS“-Symbol wurde von den ersten Christen als Erkennungszeichen verwendet. Es besteht aus zwei gekrümmten Linien, die einen Fisch darstellen. Eine Person zeichnete einen Bogen in den Sand, die andere vollendete das Symbol mit dem Gegenbogen und bekannte sich damit als Christ.
„Dieses Treffen ist eine gute Gelegenheit, dass sich die jungen Familien in unserer Seelsorgeeinheit besser kennenlernen“, ist Pfarrer Antonelli überzeugt.
Übrigens: In 2014 waren in der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim „Marie“ und „Paul“ die Favoriten unter den Namen. In 2015 setzten sich „Leonie“ und „Luis“ als beliebteste Namen an die Spitze.

18.04.2016/Dekanat Ostalb/Schwenk
Foto(Schwenk): Die Familie Weißenburger (v.l. Eva, Klara, André mit Theo und Taufpate Christian) freut sich über das Treffen der Tauffamilien in der Seelsorgeeinheit Unterschneidheim.