Frohe Weihnachten!

Wir wünschen allen unseren Besucherinnen und Besuchern dieser Seite ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 2018! Schon jetzt freuen wir uns auf neue, inspirierende Begegnungen im neuen Jahr.

Ihr Dekanatsgeschäftsstellen-Team: Marianne Denzinger, Martin Keßler, Dekan Robert Kloker, Inge Kreuzer, Tobias Kriegisch, Sr. Marie-Catherine Müller, Sibylle Schwenk.

Die Dekanatsgeschäftsstelle ist bis einschließlich 6. Januar 2019 geschlossen.

Ein Kind macht’s möglich! von Dekan Robert Kloker

Ab und zu werden wir in der Hektik des Alltags mit einer kleinen Begegnung beschenkt. Wir finden unverhofft Zeit für ein Gespräch. Wir spüren, wie schön es miteinander ist. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“, so heißt es dann. Leider gönnen wir uns diese Zeiten für das Verweilen im Miteinander zu selten. Wir übergehen das Wesentliche. Als ob wir es uns nicht leisten könnten.

Vor wenigen Wochen haben wir uns an das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren  erinnert. Am 24. Dezember 1914 geschah etwas Unvorstellbares. An der Westfront legten etwa 100000 Soldaten ihre Waffen nieder und schufen einen kurzen Weihnachtsfrieden – mitten im Krieg. Voll Euphorie waren die Deutschen in den Krieg gezogen in der festen Überzeugung, zu Weihnachten wären sie wieder zu Hause. Was kam, war ein zermürbender, verlustreicher Kampf. Noch aber gab es genug Menschlichkeit, auch unter den Feinden: Deutsche und britische Einheiten legten immer wieder kurz die Waffen nieder, um Gefallene zu bergen und Verwundete zu retten. Zu Weihnachten 2014 erhielten viele deutsche Soldaten Post und Pakete von Ihren Familien. Diese menschlichen Zuwendungen gaben vielen Soldaten nach Monaten der Entbehrungen zum ersten Mal eine Ahnung von einem Leben im Frieden. Für kurze Zeit stand das Leben im Vordergrund, nicht das Töten. Mitten im Krieg hielt das Lachen Einzug. Aus dem Feind wurde für kurze Zeit der Mitmensch.

Die Deutschen sangen Weihnachtslieder, die Gegner applaudierten und sangen ihre Lieder. Sie haben gegen die Befehle ihrer Vorgesetzten gehandelt. Sie haben sich über „Sachzwänge“ hinweggesetzt und sich mitten im Krieg darauf besonnen, dass sie Menschen unter Mitmenschen sind. Sie haben das Wesentliche gelebt.

Wir feiern an Weihnachten wieder ein Kind, das noch nicht eingespannt ist in unser Leistungsdenken. Das frei ist, jetzt und hier zu sein, zu spielen und die Welt zu entdecken; neugierig zu lernen, wie das geht, Mensch unter Mitmenschen zu sein; ein Kind mit der Botschaft, dass der lebendige Mensch der Ort ist, an dem Gott wohnen möchte; dass der Mensch unter Mitmenschen das Gefäß für Gottes Liebe ist. Weihnachten ist nicht nach ein oder zwei Tagen schon vorbei: Wir haben Zeit, uns dem Wesentlichen zuzuwenden; die „Schützengräben“ zu verlassen; Vorurteile gegenüber unseren Mitmenschen beiseitezulegen; die Abneigung Andersdenkenden gegenüber abzulegen und neu zu lernen; auch in Fremden die Schwester und den Bruder zu erkennen;  wie das geht und wie schön das ist – einfach Mensch zu sein, in Beziehung zu leben. Das ist dann Weihnachten – und ein kleines Kind macht es vor und möglich. So wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Robert Kloker, Münsterpfarrer und Dekan