Gelebte christliche Werte

Dekanatsmännertag  in Pfahlheim mit Bürgermeister Volker Grab

Aus dem Fragezeichen ist ein Ausrufezeichen geworden. Der Umgang mit Flüchtlingen ist zweifelsohne ein Ausdruck gelebter christlicher Werte. Zu diesem Resümee ist Ellwangens Sozialbürgermeister Volker Grab bei seinem Vortrag im Rahmen des Dekanatsmännertags gekommen. In Pfahlheim sind weit über 100 Frauen und Männer der Einladung des katholischen Dekanats Ostalb gefolgt.

Es war das ganz persönliche „Wir-schaffen-das“ der Stadt Ellwangen: Im September 2015 haben nahezu 5000 Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) eine vorübergehende Bleibe gefunden. „Die Menschen in Ellwangen haben für sich einen gemeinsamen, sozialen Auftrag definiert“, sagt Volker Grab. Ehrenamtliche bieten Fußball in der LEA an, sie geben Sprachkurse, zeigen, wie man sich hier verhält. Grab schlägt den Bogen zur Bibel. „Derjenige, der in Not ist, wird zum Nächsten“, führt er aus und verweist auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Gewaltlosigkeit, Solidarität, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, all dies seien christliche Werte, die mit jenen des Grundgesetzes einhergehen. „Darauf basieren die Maßstäbe unseres Handelns“, so Grab weiter. Es gelte außerdem, diese Werte zu verteidigen und zu bewahren. Deshalb: „Ich erwarte von den Kirchen eine klare Positionierung! Kirche muss sich einmischen und die Gesellschaft so mitgestalten!“.

Der Bezug zu christlichen Werten sei auch nach dem Versiegen des massiven Flüchtlingsstroms wichtig, weil die Integration ein langjähriger Prozess sei. Zudem müsse man weiterhin daran arbeiten, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Dekanatsreferent Tobias Kriegisch ergänzt, dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart weltweit in dieser Thematik unterwegs ist und gemeinsam mit Caritas International am Ball ist, um Menschen ihre Heimat wieder lebenswert zu machen.

Auf die christlichen Werte im Umgang mit Flüchtlingen ging zuvor auch Pfarrer Anton Forner ein. Er forderte dazu auf, den Blickwechsel vorzunehmen und sich vorzustellen, wie es wäre, selbst mit nur ein paar Habseligkeiten unterwegs zu sein. „Wir wären einfach froh, guten Menschen zu begegnen“. Der Gottesdienst vor dem Vortrag wurde musikalisch bereichert vom Kirchenchor unter der Leitung von Xaver Klotzbücher. Der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats Pfahlheim, Anton Kohnle, freute sich darüber, dass die traditionelle Veranstaltung des Dekanatsmännertags in Pfahlheim stattfindet.

Im Anschluss an den Vortrag von Volker Grab lud Tobias Kriegisch im Namen des katholischen Dekanats Ostalb die Gäste, unter denen sich auch der Leiter der LEA, Berthold Weiß und sein Stellvertreter Roland Herzog, sowie die beiden Ortsvorsteher der Gemeinden Pfahlheim und Röhlingen, Wolfgang Seckler und Hans-Peter Müller befanden, zum Weißwurstessen ein.